Mit Sport Depressionen vorbeugen

Wenn die Tage so richtig kurz werden, kann die Stimmung schon mal in den Keller gehen. Unser Tipp: Bewegung hilft auch der Seele, auf Spur zu bleiben. Dass körperliche Aktivität sogar präventiv gegen Depressionen helfen kann, hat eine aktuelle Langzeitstudie jetzt nachgewiesen.

Ob regelmäßige Bewegung tatsächlich vor Depression und Angststörungen schützt, wie intensiv die Aktivität dafür sein sollte und welche Mechanismen dem zugrunde liegen, untersuchte die sogenannte HUNT-Studie.

An der Studie nahmen 33.908 Erwachsene teil, die bislang keine Symptome einer psychischen Erkrankung zeigten und nicht unter einer behindernden körperlichen Erkrankung litten. Ein Team vom King’s College in London beobachtete die Teilnehmer über 11 Jahre hinweg hinsichtlich der Entwicklung von Depressionen und Angstsymptomen und erhob im Verlauf einer Reihe von Einflussfaktoren.

Es zeigte sich, dass jede regelmäßige körperliche Aktivität – und sei sie auch noch so gering – das Risiko, an einer Depression zu erkranken reduzierte. Tatsächlich war der Effekt gegenüber inaktiven Teilnehmern schon bei einer kurzen Aktivitätsdauer deutlich – mehr als 1,5 – 2 Stunden Sport pro Woche hatten bezüglich der Depressionsprävention keinen darüber hinausgehenden Effekt.

Die Autoren berechneten, dass 12 % der zukünftigen Depressionsfälle verhindert werden könnten, wenn alle Teilnehmer regelmäßig mindestens eine Stunde pro Woche aktiv wären. Auf die Entwicklung von Angststörungen hatte die körperliche Aktivität dagegen keinen Einfluss.

[Quelle: Thieme, F. (2018). Mit Sport der Depression vorbeugen. Am J Psychiatry, 175, 28-36.]