sportspaß kämpft weiter für Fördermittel

Nun steht fest: die Volkspetition von sportspaß ist denkbar knapp gescheitert. Die Bürgerschaft muss sich nun nicht damit befassen, ob sportspaß e.V. mit seinem umfangreichen Breitensportangebot staatliche Fördermittel zustehen.

Der Verein konnte statt der benötigten 10.000 nur 9871 gültige Unterschriften beibringen. Insgesamt hatten mehr als 12.000 Bürgerinnen und Bürger sportspaß ihre Unterschrift gegeben. 570 Unterschriften waren aber zum Beispiel von Unterstützern, die nicht im Hamburg gemeldet waren, weitere 579 Unterschriften wurden bei der Prüfung als unleserlich eingestuft. Sportspaß Geschäftsführerin Bianca Wazlawski hätte sich zwar ein anderes Ergebnis gewünscht, sieht das Ganze aber sportlich. „Wir sind zunächst einmal stolz darauf, dass so viele Hamburgerinnen und Hamburger unser Ansinnen aktiv unterstützt haben. Wir nehmen das knappe Ergebnis zum Anlass weiter für unsere Mitglieder und unser breites Sportangebot zu kämpfen.“ Zunächst will sportspaß e.V. das Ergebnis der Unterschriftenauszählung überprüfen lassen und wird deswegen eine entsprechende Eingabe an die Bürgerschaft stellen. „Bei einem so engen Ergebnis sind wir gegenüber unseren Mitgliedern verpflichtet, alle Möglichkeiten auszuschöpfen“, so Wazlawski. Es sei zudem völlig unklar, warum so viele Unterschriften „unleserlich“ eingestuft worden seien.
Auch die bereits eingereichte Klage gegen die Hansestadt ist von der gescheiterten Volkspetition nicht betroffen und weiter anhängig.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Weigerung der Stadt Hamburg, dem europaweit größten Breitensportverein, sportspaß e.V., in gleicher Weise wie anderer Sportvereine in der Stadt finanzielle Fördermittel zur Verfügung zu stellen.
Die Stadt beruft sich darauf, dass für die Verteilung der Mittel ausschließlich der Hamburger Sport Bund (HSB) zuständig sei. sportspaß e.V. stehe kein Geld zu, da der Verein aus dem Sport Bund ausgetreten sei. „Richtig ist“, so Wazlawski, „dass wir den HSB verlassen haben, da wir aufgrund unserer Größe mit mehr als 60.000 Mitgliedern über Jahre hinweg immer erheblich mehr Beiträge an den HSB gezahlt als wir an Leistungen erhalten haben“. sportspaß hat so mit den Beiträgen seiner Mitglieder andere, auch Leistungssportangebote finanziert. „Das war wirtschaftlich für sportspaß e.V. auf Dauer nicht tragbar und daher vor unseren Mitgliedern nicht länger zu verantworten. Wir haben deshalb nach langen, ergebnislosen Verhandlungen und zahlreichen abgelehnten Kompromissvorschlägen den HSB verlassen müssen“, erklärt Wazlawski.

Nun werden Gerichte entscheiden, ob ein zweifellos förderungswürdiger Breitensportverein, wie sportspaß, zwangsweise Mitglied in einer Dachorganisation sein muss, um staatliche Gelder zu erhalten. Dies steht im klaren Widerspruch zur Verbandsfreiheit, die jeder Verein für sich in Anspruch nehmen darf.