Die sportspaß Volkspetition: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Worum geht es bei der Volkspetition eigentlich?
sportspaß e.V. möchte mit der Volkpetition erreichen, dass sich die Bürgerschaft mit der bislang üblichen Vergabepraxis von Sportfördermitteln an Vereine beschäftigt.
Dafür sind 10.000 Unterschriften nötig.

Warum hat sportspaß die Petition initiiert?
Es geht um den Sportfördervertrag 2019/2020, der im Oktober zwischen dem Dachverband Hamburger Sportbund (HSB), dem Hamburger Fußballverband und der Freien und Hansestadt Hamburg geschlossen worden ist. Der sieht vor, dass sportspaß – weil er nicht im Dachverband organisiert ist – keinen Cent an öffentlichen Fördergeldern erhält. Nur Vereine, die Mitglied im HSB sind, können überhaupt gefördert werden. Der HSB bestimmt über die Höhe der Zuwendungen an die einzelnen Vereine.

Warum ist sportspaß kein Mitglied im HSB?
Sportspaß e.V. ist nach langen Verhandlungen 2017 aus dem Hamburger Sportbund ausgetreten. Denn obwohl sportspaß größter Beitragszahler war, war die Vergabepraxis des HSB so gewählt, dass sportspaß kaum selbst Mittel vom HSB erhalten hat. Die Situation war so, dass sportspaß über Jahre hinweg andere Vereine und deren Angebote mitfinanziert hat.
sportspaß hat über mehrere Jahre – leider vergeblich – versucht, einen Kompromiss zu finden, um die Vergabepraxis so anzupassen, dass sportspaß nicht wegen seiner Größe oder Struktur als Breitensportverein von Fördermitteln ausgeschlossen würde.
Durch die gemeldeten Mitglieder von sportspaß beim HSB hatte sportspaß jährlich sehr hohe Mitgliedsbeiträge an den HSB zu zahlen. Im Gegenzug ist die Vergabe der Fördermittel beim HSB so organisiert, dass sportspaß in den seltensten Fällen Förderungen bekommen hat. Die Ausgaben von sportspaß durch die Mitgliedsbeiträge beim HSB standen in keinem Verhältnis zu den erhaltenen Förderungen.

Warum denken wir, dass sportspaß ungerecht behandelt wird?
1. Grundsätzlich darf die Förderpraxis nicht davon abhängen, ob sich ein Verein einem Dachverband anschließt, oder nicht. Wenn die Stadt durch den Sportfördervertrag Subventionierungen nur an Dachverbände vergibt, dann entsteht für Vereine faktisch der Zwang, sich Sportorganisationen anzuschließen. Dies wiederum verstößt gegen die Vereinigungsfreiheit, die die Zugehörigkeit zu Vereinigungen / Verbänden einer Institution freistellt.

2. Neben dem HSB erhält übrigens auch der Hamburger Fußballverband (HFV) direkte Zuwendungen von der Stadt über den Sportfördervertrag. Der HFV ist in die Verhandlungen mit einbezogen geworden. Und das obwohl der HFV selbst im HSB organisiert ist und weniger Mitglieder als sportspaß hat.

3. In der “Dekadenstrategie Sport” der Stadt soll als vorrangiges Ziel unter anderem „der niedrigschwellige Zugang zu Sportangeboten in der gesamten Stadt“ gewährleistet werden. Gerade dieses Ziel unterstützt sportspaß wie kein anderer gemeinnütziger Anbieter durch seinen geringen Monatsbeitrag enorm und ist dabei fast flächendeckend, auch in sozialschwachen bzw. mit hohem Migrationshintergrund behafteten Stadtteilen, in Hamburg vertreten. Wir tragen damit insgesamt besonders zur Erreichung der mit der Sportförderung verfolgten Ziele bei und sind somit förderungswürdig.

Wie kann ich mitmachen?
Teilnehmen können Bürgerinnen und Bürger, die in Hamburg ihren Hauptwohnsitz haben. Die Unterstützenden müssen nicht wahlberechtigt oder volljährig sein. Die Listen liegen in allen sportspaß Centern am Empfang aus. Online ist eine Teilnahme leider nicht möglich.

Was passiert, wenn wir die 10.000 Unterschriften zusammen haben?
Wenn das Bürgerbegehren bei der Hamburger Bürgerschaft eingeht, dann ist diese dazu verpflichtet, sich mit dem Anliegen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Bisher scheint nicht die gesamte Bürgerschaft von der Problematik und unserem Anliegen zu wissen und auch nicht über den aktuellen Stand informiert zu sein. Gespräche mit Vertretern der Bürgerschaft haben gezeigt, dass das Thema nicht allen bekannt ist und vor allem auch andere Aussagen dazu getätigt wurden, die nicht der Wahrheit entsprechen. Wir möchten mit dem Bürgerbegehren dies klarstellen und allen Bürgerschaftsabgeordneten die gleichen Informationen zukommen lassen, damit das Thema von allen Blickwinkeln aller Beteiligten unvoreingenommen behandelt werden kann.