Volkspetition von sportspaß e.V. für die Bürgerschaft: Auseinandersetzung mit der Förderpraxis für die Sportvereine

Millionen für Hamburgs Sport – aber keine Unterstützung für den größten Sportverein! Der Wettkampfsport wird in Hamburg enorm gefördert, der Freizeitsport bei sportspaß, der allen Menschen zugänglich ist, soll überhaupt keine Fördermittel erhalten. Der Antrag auf Förderung, der im vergangenen Jahr unsererseits gestellt wurde, wurde von der Behörde komplett abgelehnt. Wir werden uns dagegen wehren, vielleicht haben ja auch unsere Mitglieder Lust, uns mit einer Initiative zu unterstützen.

10.000 Unterschriften sind nötig, damit sich die Bürgerschaft mit der Förderpraxis auseinandersetzt. Das wäre ein Anfang. Helft uns und nterstützt sportspaß mit eurer Unterschrift. Wichtig: die Unterstützenden müssen zum Zeitpunkt der Unterschrift ihren Hauptwohnsitz in Hamburg haben, sie müssen nicht wahlberechtigt oder volljährig sein!

Ab sofort liegen neue Unterschriftenlisten in jedem Center aus. Die bisherigen Unterschriftenlisten erfüllten leider nicht alle rechtlichen Voraussetzungen, um von der Stadt auch anerkannt zu werden. Es fehlten einige erforderliche Daten. Zum Start der Aktion lagen uns hier unterschiedliche Rechtsauffassungen vor. Wir bedauern das zutiefst und möchten uns bei allen entschuldigen, die schon mitgemacht haben. Wir freuen uns, wenn ihr erneut oder erstmalig eure Stimme für sportspaß abgebt und euch mit eurer Unterschrift beteiligt. 10.000 Unterschriften werden benötigt – jede einzelne zählt. Bitte unterstützt sportspaß.
Leider ist eine Online-Teilnahme nicht möglich.

Die Daten werden ausschließlich zur Durchführung des Petitionsverfahrens und zur Prüfung des Zustandekommens der Volkspetition verwendet und auch von den Initiatoren, Vertrauenspersonen und deren Hilfspersonen vertraulich behandelt. Die Daten werden gegen unbefugten Zugriff gesichert und nach Abschluss des Petitionsverfahrens vernichtet.

DIE HINTERGRÜNDE
sportspaß hat rechtzeitig bei der Stadt beantragt, in den Sportfördervertrag 2019/2020 und die Verhandlungen dazu mit einbezogen zu werden. In dem Antrag haben wir Subventionen gefordert. Und zwar in einer Höhe, die unserer Mitgliederanzahl und unseren Aufgabenbereichen entsprächen, wenn wir noch im Hamburger Sportbund (HSB) organisiert wären. Die Stadt hat diesen Antrag mit der Begründung abgelehnt, dass es sich bei den aktuell geförderten Vereinen um Dachverbände handelt und es in deren Ermessensspielraum läge zu entscheiden, welche Sportvereine eine Förderung erhielten. Da sportspaß seit 2017 nicht mehr dem Dachverband Hamburger Sport Bund (HSB) angehört, haben wir keine Chance auf städtische Fördermittel.

Am 13.11.2018 wurde auf der Mitgliederversammlung des HSB dem Sportfördervertrag 2019/2020 zugestimmt. Neben dem HSB erhält auch der HFV (Fußballverband) direkte Zuwendungen von der Stadt über den Sportfördervertrag. Der HFV ist in die Verhandlungen mit einbezogen geworden. Und das obwohl der HFV selbst im HSB organisiert ist und weniger Mitglieder als sportspaß hat.

Deshalb verlangen wir eine Gleichberechtigung, sodass auch wir in die Verhandlungen mit einbezogen werden. Wenn die Stadt durch den Sportfördervertrag Subventionierungen nur an Dachverbände vergibt, dann entsteht für Vereine faktisch der Zwang, sich Sportorganisationen anzuschließen. Dies wiederum verstößt gegen die Vereinigungsfreiheit, die die Zugehörigkeit zu Vereinigungen / Verbänden einer Institution freistellt. sportspaß hat sich – nach langen Verhandlungen – aus dem HSB zurückgezogen, weil seit Jahren unser Mitgliedsbeitrag dort viel höher lag als die erhaltenen Fördermittel. Klar gesagt: Wir wollten aus euren Mitgliedsbeträgen nicht länger andere Vereine subventionieren.

In der “Dekadenstrategie Sport” der Stadt soll als vorrangiges Ziel unter anderem „der niedrigschwellige Zugang zu Sportangeboten in der gesamten Stadt“ gewährleistet werden. Gerade dieses Ziel unterstützt sportspaß wie kein anderer gemeinnütziger Anbieter durch seinen geringen Monatsbeitrag enorm und ist dabei fast flächendeckend, auch in sozialschwachen bzw. mit hohem Migrationshintergrund behafteten Stadtteilen, in Hamburg vertreten. Wir tragen damit insgesamt besonders zur Erreichung der mit der Sportförderung verfolgten Ziele bei und sind somit förderungswürdig.