Die Beginner im Interview

Die Beginner sind erwachsen geworden. Mit 40 und nach 13 Jahren Pause haben Eizi Eiz aka Jan Delay, Denyo und DJ Mad Ende August ihr neues Album „Advanced Chemistry“ rausgebracht. Auf ihrer, wie sie selbst sagen, besten Platte reflektieren die drei Hamburger auch die vergangenen 25 Jahre Bandgeschichte. Im Interview verraten sie uns, was sie von Social-Media-Kritikern halten, wo sie in Hamburg feiern gehen und wie sie auch mal wieder runterkommen vom Promo-Stress.

Interview: Birte Schmidt

Sage und schreibe 13 Jahre nach „Blast Action Heroes“ ist Ende August endlich Euer Album „Advanced Chemistry“ erschienen. Hand aufs Herz: Wie groß war der Erfolgsdruck nach einer so langen Zeit?

Denyo: Also den Druck hatten wir eigentlich immer schon, da wir diese Platte unbedingt machen wollten. Unsere Ansprüche waren aber so groß, dass wir es lange nicht geschafft haben. Als wir dieses Ziel dann endlich erreicht hatten, da ist der ganze Druck von uns gegangen. Und rein objektiv betrachtet ist dies unser bestes Album. Das sehen die Hörer auch so! Ihr seid direkt auf Platz 1 der Charts gestürmt. Aber was genau unterscheidet diese Platte von den Vorgängern?

Denyo: Es ist ganz einfach das Album, in das wir die meiste Arbeit und Aufmerksamkeit gesteckt, uns immer wieder selbstreflektiert sowie Mut und Bock investiert haben. Weil es uns so wichtig war, dass wir, wenn wir mit 40 zurückkommen, eben nicht wie 40 klingen – im negativen Sinne.

Wie muss man sich das denn vorstellen: Habt Ihr über die Jahre immer mal wieder einen neuen Song geschrieben oder gab es so etwas wie eine Initialzündung und dann habt Ihr wieder losgelegt?

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Eizi Eiz: Also wir haben jetzt nicht 13 Jahre am neuen Album gearbeitet. Es ist viel weniger Nettozeit, als die Bruttozeit erahnen lässt. Wir haben uns 2011 als Band zusammengesetzt, Beats gebaut, Texte geschrieben und irgendwann haben wir gemerkt: Jetzt ist es soweit. Und dann haben wir noch ein Jahr richtig konsequent durchgezogen.

Denyo: Die Beginner sind ja so etwas wie ein Lebensprojekt und das Ziel war, dass wir alle glücklich sind. Und dafür muss so ein Projekt auch mal ein bisschen reifen. Wenn die Beginner mit einer Platte kommen, dann muss eben von hinten bis vorne alles tiptop sein. Und dafür muss man dann auch mal ein bisschen länger brauchen dürfen.

Nach 13 Jahren trefft Ihr mit Eurem Album aber auch auf eine völlig neue Welt, in der die Kritik am neuen Album über Facebook und YouTube viel schneller und unmittelbarer kommt als früher. Wie geht Ihr damit um?

Denyo: Das ist wirklich abgefahren. Heute beschäftigt man sich in Interviews mehr damit, was irgendwelche „Hatebooker“ und „Buh-Tuber“ kommentieren, als mit dem was die echten Experten sagen. Wichtig ist, dass man zwischen der virtuellen und der echten Realität trennen kann. Wenn man nur auf Facebook leben würde, hätte man den Eindruck, dass ganz schön viele Leute den Song „Ahnma“ scheiße finden – vor allem wegen der Gastrapper Gzuz und Gentleman. Und dann stehst Du auf einmal in der echten Welt auf dem „Splash“-Festival vor 20.000 Leuten und alle drehen durch und Du denkst Dir: Ey warte mal, irgendwie ist wohl doch das hier die echte Welt.

Und wenn Ihr wie jetzt auf Promo-Tour für Euer Album seid, Konzerte spielt und kaum mal eine Pause habt – wie kommt Ihr dann runter?

Mad: Ich habe ein altes Auto und fahre damit in der Gegend herum. Das mache ich jetzt schon seit 16 Jahren und das Radio geht nicht – auch seit 16 Jahren. Dabei entstehen für mich die Ruhemomente, in denen die Birne mal wieder so ein bisschen Leerlauf hat, und dann fängt man an zu spacken und dann kommen auch wieder Ideen.

Eizi Eiz: Und ich geh gern reiten, ich habe auch drei Pferde, um die ich mich kümmere. Die heißen Ignaz, Bartold und Zuki.

Und die wohnen bei Dir in Ottensen?

Eizi Eiz: Nee, die sind in der Nähe von Mölln.

Denyo, was ist mit Dir?

Denyo: Ich antworte darauf mal ganz langweilig-ehrlich. Mein Geheimrezept sind geistiger Sport und Meditation. Das ist wie geistiges Zähneputzen und gibt mir extrem schnell Power zurück.

Das ganze Interview mit den Beginnern lest Ihr im aktuellen Mitglieder-Magazin – kostenlos erhältlich in allen sportspaß Sportcentern.